Hämorriden:

Leidvolles Tabu

13.03.2013

Hämorriden sind schmerzhaft und lästig, lassen sich aber gut behandeln – und sogar vermeiden

Nur wenige Menschen sprechen darüber, doch viele kennen die Beschwerden, die vergrößerte Hämorriden mit sich bringen: Brennen, Juckreiz, Nässen und Bluten im Analbereich. Hämorriden sind gefäßreiche Gewebepolster, die den Enddarm ringförmig umschließen und abdichten. Erst wenn sie größer werden, kommt es zu Beschwerden.
Ein Hämorridalleiden entsteht aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Meist begünstigt eine genetisch vorprogrammierte Bindegewebsschwäche die Vergrößerungen.
Sie werden vor allem durch "Wohlstandsverhalten" forciert. Dazu zählen zum Beispiel Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung, die oft zu Verstopfung führt. Viele Menschen pressen dann beim Stuhlgang. Besonders problematisch ist es, lange auf der Toilette zu verweilen und beispielsweise dabei Zeitung zu lesen. Durch das lange Sitzen und Pressen weitet sich das Gewebe im Lauf der Jahre. Dadurch werden die Hämorriden größer und mutieren zu einem Leiden.
Wer sich ballaststoffreich ernährt, regelmäßig bewegt, täglich ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und die Regeln der Analhygiene beachtet, kann einem Hämorridalleiden oft vorbeugen, sagen Experten. Zum richtigen Stuhlverhalten gehört es, den Drang zur Entleerung nicht zu unterdrücken, andererseits aber auch nicht zu erzwingen. Länger als zwei bis drei Minuten sollte man für den Toilettengang nicht benötigen. Es empfiehlt sich, den Darmausgang danach mit lauwarmem Wasser zu reinigen und sanft trocken zu tupfen.

Treten Beschwerden auf, sollte man den Hausarzt oder einen Proktologen aufsuchen, einen Spezialisten für den Enddarmbereich. Bei den Untersuchungen geht es darum, andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen, beispielsweise entzündliche Darmerkrankungen oder einen Tumor. Wenn Blut im Stuhl ist, wird – vor allem bei älteren Patienten – zur Sicherheit eine Darmspiegelung gemacht.
Handelt es sich um ein Hämorridalleiden, helfen bei leichten Beschwerden Präparate aus der Apotheke, diese rasch abklingen zu lassen: Zinkpasten saugen Feuchtigkeit auf und schützen die Haut. Spezielle Hämorridensalben und -zäpfchen enthalten Wirkstoffe, die den Schmerz stillen und den Juckreiz lindern. Hilfreich sind auch ähnliche Präparate mit zusammenziehenden Wirkstoffen, die die Entzündungen hemmen. Sitzbäder mit Kamillenextrakt oder synthetischen Gerbstoffen können ebenfalls die Wundheilung fördern.
Bei Verstopfung sind Ballaststoffpräparate und Quellmittel wie Flohsamen sinnvoll. Vorübergehend können auch Arzneimittel mit Macrogolen oder Lactulose den Stuhl weicher machen. Die Präparate können die Behandlung unterstützen, aber nicht die Ursachen beseitigen. Doch mit der richtigen Therapie verschwindet das Hämorridalleiden – und kehrt, wenn man sich richtig verhält, meist auch so schnell nicht zurück.

 
13.03.2013, Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC