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06.03.2013 Es bildet sich aus heißem Magma, wenn Gasbläschen den Gesteinsbrei aufblähen wie Schaumstoff. Nach dem Erstarren bleibt Bims zurück. Je nach Einlagerungen und Größe der Blasen kann er Farben von Schwarz bis fast Reinweiß annehmen. Das Material hat erstaunliche Eigenschaften. Dazu gehört, dass es auf Wasser schwimmt. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist ein Gesteinsteppich so groß wie Belgien, der im Südpazifik treibt. Nach Ansicht von Forschern ist er beim Ausbruch eines Unterwasservulkans entstanden.
Auch an Land zeugen Bimsstein­vorkommen von Eruptionen. In Italien gibt es in den Gebieten um die Vulkane Ätna, Vesuv und Stromboli große Mengen des leichten Steins, in Deutschland lässt er sich im Neuwieder Becken und im Gebiet des Laacher Sees abbauen.

Im 19. Jahrhundert war die Herstellung von Schwemmstein für die Bauern ein ertragreiches Geschäft: Sie mischten Bims mit Kalk oder Zement und Wasser, pressten die Masse in Formen und ließen sie trocknen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Art Stein für den Wiederaufbau verwendet.
Doch das Multitalent erfüllt auch feine Aufgaben, etwa bei der Mundhygiene: Damit Zahnpasta gründ­lich reinigt und Beläge entfernt, enthält sie Putzkörper. Gebräuchlich sind gemahlene Bimssteinpartikel. Schon die Ägypter sollen einen Zahnpflege-Mix aus Weinessig und gemahlenem Bimsstein angerührt haben, und die alten Römer mischten zum Zähneputzen die Asche von Muscheln oder Knochen mit Bimsmehl.
Heute bestehen die Putzkörper vieler Zahnpasten aus Silikaten.  Das ist das gleiche Material, das auch im Bimsstein enthalten ist. Zur professionellen Zahnreinigung setzt man Pasten mit fein gemahlenem Bims­stein ein, Kunststoffprothesen werden von einer rotieren­den Bürste mit einer Mischung aus Bimsstein­pulver und Wasser poliert.

Sogar an die Haut können wir ein Pulver aus Vulkangestein lassen, um die Hände von grobem Schmutz zu befreien. Gefragt ist das natürliche Material jedoch vor allem in der Fußpflege. Im Gegensatz zu Feilen und Schabern entfernt Bimsstein überschüssige Hornhaut sehr sanft, sagen Experten. Die Verletzungsgefahr ist gering, wenn man nicht zu fest aufdrückt. Anwenden sollte man den Stein stets zusammen mit Wasser, etwa in der Badewanne. Tauschen Sie den Stein aus hygieni­schen Gründen regelmäßig aus. Die Natur hat schließlich jede Menge davon auf Lager.

 
06.03.2013, Bildnachweis: W&B/Christine Schneider
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